Sägezahneffekt durch Ausbruch*

Die Abb. 20 zeigt die Auswirkung der Werkstoffstruktur auf die Ausbildung der Schneide. So ist oben in der ersten Zeile ein feinstrukturierter Werkstoff (einfacher Kohlenstoffstahl mit 1% C und 1,5% Crom) dargestellt.
Darunter  findet man einen mittelgrob strukturierten rostbeständigen Stahl (1,05% C, 14% Chrom, 4% Molybdän, pulvermetallurgisch hergestellt).
Zuletzt darunter einen grob strukturierten, rostträgen Stahl (1,55% C, 12,5% Chrom, 1% Vanadium und 1% Molybdän), schmelzmetallurgisch (=normal) hergestellt.  
In der Abb. 20 erkennt man, wie sich die Scheide verändern wird, wenn sie beim Schneiden belastet wird und dadurch verschleißt. Das geschieht immer in Abhängigkeit vom jeweiligen Werkstofftyp, aus dem die Klinge besteht.

In der Spalte "Schneidenwinkel" ist zu sehen, welches Potential ein Werkstoff hat, einen feinen Schneidenwinkel ß anzunehmen und dauerhaft zu halten. So zeigt der eingezeichnete Schieber, dass ein fein strukturierter Werkstoff einen feineren stabilen Schneidenwinkel halten kann und damit auch eine höhere Schneidenkantenstabilität besitzt als ein Werkstoff mit gröberer Struktur. Demnach muss bei einem schlanken Schneidenwinkel ß mehr Werkstoff abgetragen werden bis die Scheide stumpf ist als bei einem derben Schneidewinkel ß.
Das längere Abtragen ist damit auch ein längeres Halten der Schneidfähigkeit, also auch eine größere Schneidhaltigkeit. Hier zeigt sich der Einfluss des Werkstoffes auf die Schneidfähigkeit und Schneidhaltigkeit am deutlichsten.*